Wege in den Lehrerberuf

Die Lehrerausbildung wird derzeit unter dem Titel „Pädagog/innenbildung NEU“ reformiert. Nach dem neuen Konzept arbeiten Pädagogische Hochschulen und Universitäten zusammen, und zwar innerhalb von vier „Verbundregionen“: der Verbundregion West (Tirol, Vorarlberg), der Verbundregion Mitte (Oberösterreich, Salzburg), der Verbundregion Südost (Burgenland, Kärnten, Steiermark) und der Verbundregion Nordost (Niederösterreich, Wien). Innerhalb der einzelnen Regionen ist es möglich, die Ausbildungsangebote sowohl der Hochschulen als auch der Universitäten zu nutzen, unabhängig davon, an welcher Institution man immatrikuliert ist.

Im Zuge der Reform werden die Ausbildungsanforderungen der unterschiedlichen Lehrämter angeglichen. Das gilt insbesondere für die Lehrämter für die Primarstufe und die allgemein bildenden Fächer der Sekundarstufe. Bei diesen dauert z.B. das Bachelorstudium acht Semester und das darauffolgende Masterstudium zwei bis drei Semester. Parallel zum Masterstudium oder im Anschluss an dieses ist eine einjährige Berufseinführungsphase (Induktion) zu absolvieren. Für Lehramtsstudien ist die Matura (oder eine Studienberechtigungsprüfung) sowie die Absolvierung einer Eignungsüberprüfung erforderlich.

Abweichende Regelungen gibt es u.a. für Lehrer/innen an berufsbildenden Schulen. So brauchen z.B. die Lehrkräfte mancher Fächer der Berufsschule zwar keine Matura, dafür aber eine einschlägige Berufsausbildung und Berufserfahrung. Sie beginnen als Quereinsteiger/innen direkt zu unterrichten und starten erst nach einem Jahr Unterrichtspraxis ihr Lehramtsstudium. Auch für die Lehrkräfte kaufmännischer Fächer an berufsbildenden mittleren und höheren Schulen gibt es einen speziellen Weg in den Beruf: Sie studieren an der Universität Wirtschaftspädagogik und erwerben dabei nicht nur eine Lehrberechtigung, sondern auch Qualifikationen für eine Tätigkeit in der Wirtschaft.

Falls in einer bestimmten Region oder einem bestimmten Fach zu wenige Lehrkräfte verfügbar sind, können auch Personen ohne Lehramtsstudium als Lehrer/innen arbeiten, sofern sie eine entsprechende fachliche Eignung mitbringen. Um auf Dauer im Lehrerberuf bleiben zu können, müssen sie allerdings ein Lehramtszeugnis erwerben. Dabei können facheinschlägige Qualifikationen angerechnet werden, sodass sich die Studiendauer entsprechend verkürzt. Über den Bedarf an solchen Quereinsteiger/innen kann man sich bei den Landesschulräten bzw. beim Stadtschulrat für Wien erkundigen.